Presse
Hier findet ihr in Textform die Presseartikel von diesem Jahr.
Kieler Nachrichten von Roger Kerber:
20.08.2010
Bornhöved. Der jährliche Termin des Triathlons ist in Bornhöved wahrlich genauso bekannt wie das Datum für Weihnachten. Und auch unter den Teilnehmern manifestiert sich dieses familiäre Spektakel regelmäßig im Sportkalender. Nur noch einmal schlafen, dann geht es wieder los. Sonntag um 9 Uhr beginnt der 19. Q-Tri. Alle Dorfbewohner sowie viele Gäste aus nah oder fern wollen dabei sein, wenn zum kultigen Kombinations-Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen erwartete 4500 Fans für gemeldet 684 hoch motivierte Staffelstarter beziehungsweise Einzelkämpfer an der Strecke entlang Spalier stehen.
„Ehrenamtliches Engagement im ganzen Dorf, um einmal mehr ein reibungsloses Rennen zu organisieren, ist ja seit sehr vielen Jahren dokumentiert. Dass sich Bornhöved in der Triathlon-Szene weiterhin großer Beliebtheit erfreut, macht uns schon stolz“, weiß Pressesprecher Jan Philipp Krawczyk zu berichten. Kein Wunder. Der ganz besonders beliebte Breitensport-Triathlon war sogar binnen 72 Stunden restlos ausgebucht! Andere Wettbewerb-Slots für Kids, Schüler und Jugendliche sowie Frauen oder Männer mit eher etwas leistungsorientierterer Ambition avancierten ähnlich schnell zu Mangelware, was Teilnahmerekord bedeutet! Selbst die Wartelisten bleiben lang.
Bereits zur Rennbesprechung ab 8.15 Uhr heizt man den Sportlern mit brasilianischen Klängen von einer Samba-Band kräftig ein. Zuerst bringen dann die Kinder das Wasser an der Badestelle am Bornhöveder See bis 11 Uhr zum Brodeln, gefolgt von einem reinen Sprinttriathlon (0,5/22/5) für Frauen, wohl ebenfalls einmalig im hohen Norden. Die trainierten Männer (12.45 Uhr) und Jedermänner (14.15 Uhr) beenden den tollen Triathlon-Tag. Eingebettet im Programm tragen außerdem Deutsche Justizbeamte ihre Meisterschaft aus.
Als Top-Favoriten im Elitefeld ohne Titelkämpfe gelten Lisa Müller-Ott (USC Kiel) und Stephan Bergermann. Beide gewannen vor Wochenfrist zwar gerade erst den Kieler KN Förde-Triathlon, wollen aber zu gern als Seriensieger in die Geschichte des 19. Q-Tri eingehen. Seit Freitag und noch bis Montag sorgen allein 280 Dorfbewohner dafür, dass alles perfekt organisiert passt. Jetzt läuft der finale Countdown und die Vorfreude in Bornhöved steigt, gefühlsmäßig fast wie Weihnachten. rok
23.08.2010
Bornhöved. Trotz aller Anstrengungen während eines Triathlon-Wettkampfes mit Schwimmen, Radfahren und Laufen bleibt Bornhöved als familiäres Fest das Mekka des Breitensports in Schleswig-Holstein. Auch der 19. Q-Tri wurde diesem exzellenten Ruf einmal mehr gerecht. Egal ob mit Haifisch-Badekappen für Bambini oder goldene, silberne sowie bronzene Handschellen, statt Medaillen im Rahmen der Deutschen Justizmeisterschaft: Diese Liebe zum Detail lockte fast 5200 begeisterungsfähige Menschen an.
Besonders unter den Triathlon-Talenten hat Bornhöved nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Kaum ein Rennen der SHTU Kids-Cup und Two-Ju-Cup Serie 2010 ist qualitativ und quantitativ besser besetzt als der Q-Tri. Von den Schülern bis zu den Junioren tummelt sich vor Ort im Nachwuchsbereich alles, was in der Szene schon Rang und Namen hat. Als Erster kam aber Bambino Tammo Hopp ins Ziel. Nachdem der kleine Lokalmatador das 20 Grad Celsius warme Wasser mit dem großen Zeh erfolgreich getestet hatte, brauchte er für 100 Meter Schwimmen und 400 Meter Laufen nur 6:28 Minuten, um zu finishen. Neuesten Regeln entsprechend wird in dieser Altersgruppe zwischenzeitlich aber aus verkehrstechnischen Sicherheitsgründen auf das Radfahren verzichtet. „Opa und meine Eltern haben mich ganz doll angefeuert. Vielleicht war ich deshalb so schnell“, gab der siebenjährige Tammo Hopp zu Protokoll.
Ein Klaps auf den Po gehört als Motivationsschub zum guten Ton, wenn die Triathletinnen im Neoprenanzug von der Badestelle am Bornhöveder See hautnah durch das Spalier der Fans zur Wechselzone unterwegs sind. Dermaßen beflügelt, machte Lisa Müller-Ott (USC Kiel) den Rückstand gegenüber einer zweiköpfigen Gruppe zügig wett und gewann nach 1:03:44 Stunden mit sehr deutlichem Vorsprung. Ob die 27-jährige Seriensiegerin noch mehr Selbstvertrauen getankt oder der 19. Q-Tri eher zu viel Kraft gekostet hat, wird sich am Sonnabend bei den Cross-Meisterschaften zeigen: „Mein ursprünglicher Plan wurde in den letzten Wochen ja etwas durcheinandergewirbelt. Jetzt versuche ich halt in jedem Wettkampf das Beste draus zu machen. Hier und heute hat alles wunschgemäß geklappt, trotz meiner Hassliebe zum Schwimmen.“
Dass sich die Männer, Frauen sowie vielen Talente von der SG Wasserratten Norderstedt nicht nur im nassen Element pudelwohl fühlen, sondern ebenfalls beim Radfahren und Laufen, bewies Olav Niedieck beim Sprinttriathlon (0,5/22/5), um in 1:01:11 Stunden vor Johann Stahnke (vereinslos) und Moritz Lange (USC Kiel) zu triumphieren. „Damit habe ich selbst nicht gerechnet. Erst als ich einen Streckenposten nach meiner Position fragte und der Mann auf dem Begleit-Motorrad den Daumen hob, wurde mir klar, dass ich führe“, erzählte der 41-jährige WM-Altersklassenstarter (Ungarn, Mitte September) in spe später. „Unsere zurzeit erfolgreichen Trainingspläne in Norderstedt bleiben jedoch geheim.“
Ähnlich fesselnd verlief die Deutsche Justiz-Meisterschaft unter Schirmherrschaft des dafür zuständigen schleswig-holsteinischen Ministers Emil Schmalfuß. Im Feld der Frauen hatte Kathrin Mitheis (Bayern) ihre Nase knapp vorn: „Meine weite Anreise hat sich gelohnt. Ein schönes Gefühl hier den Titel zu holen. Alles war super organisiert in Bornhöved.“ Nur eine eher kurze Strecke musste Heiko Meinert (Neumünster) zurücklegen, bis am Ende die goldenen Handschellen bei der Siegerehrung klickten: „Dank des kleinen Heimvorteils kenne ich das Gelände natürlich sehr gut. Bloß so schnell es geht ins Ziel kommen, muss letztlich jeder Teilnehmer für sich alleine. Quälen kann ich mich allerdings ganz gut, wenn ich erstmal den richtigen Schwung finde.“ Dass Triathlon kein Topfschlagen ist, weiß auch Ronald Meier (Kiel), der mit Silber das gute Abschneiden für die Justizbediensteten aus dem hohen Norden beim 19. Q-Tri perfekt machte. rok
Lübecker Nachrichten von Petra Dreu:
24.08.2010
Bornhöved Die Wetterprognosen sahen am Sonntagmorgen alles andere als rosig aus, weshalb einige Triathleten die trockene Stube dem Bornhöveder See vorzogen, dennoch hatte der 19. Q-Tri mit 680 Gemeldeten so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Besonders der Nachwuchs gab Grund zum Jubeln: 150 Kinder machten mit – ein neuer Rekord für die Macher des TSV Quellenhaupt.
Alle, die nicht kamen, haben etwas verpasst, denn die Schleusen des Himmels hielten dicht – fast. Nur die Sportler des Volkstriathlons mussten die 22 Kilometer lange Radfahrstrecke um die Hälfte verkürzen und im Regen durch Bornhöved laufen. „Wir hatten eine Unwetterwarnung über Wankendorf. Weil dort die Radstrecke verläuft, hat die Einsatzleitung die Strecke halbiert“, erklärte Jan-Philipp Krawczyk vom Orga-Team. Er bedauerte, dass sich der zweimalige Q-Tri Sieger Stephan Bergermann abgemeldet hatte. Auch die Oldesloerin Anke Lakies musste nach einem Sturz vom Rad pausieren. Beide machten im Sprint den Weg frei für neue Sieger mit altbekannten Namen.
Fünf Minuten vor der Zweitplatzierten lief die für den USC Kiel startende ehemalige Bornhövederin Lisa Müller-Ott (27) durch das Ziel. Auf ihrer „Haustrecke“, auf der sie vor 19 Jahren ihren ersten Triathlon lief, brachte sie es auf 1:03:44. Den zweiten Platz belegte Dr. Lucia Kühner (36, Triabolos Hamburg), gefolgt von Kaja Marie Schröder (16), die für den Möllner SV an den Start ging.
Bei den Männern sorgte Olav Niedieck (41, SG Wasserratten Norderstedt) für eine kleine Sensation: Nach einem langsamen Schwimmstart holte er 40 Plätze auf und erreichte mit 1:01:11 seine persönliche Bestzeit. „Ich bin ein sehr schlechter Schwimmer“, so Niedieck, „dafür habe ich im Radfahren alle überholt und konnte meinen Position halten.“ Für ihn werden die nächsten Wochen noch turbulent, denn nach den Landesmeisterschaften in Norderstedt, wird er in drei Wochen bei der WM Olympisch in Budapest dabei sein. Auch der Zweitplatzierte, Johann Stahnke (18) aus Neuengörs kann stolz auf sein Ergebnis sein, denn mit 1:02:09 lief auch er Bestmarke, gefolgt von Moritz Lange (17), der mit 1:02:13 für den USC Kiel an den Start ging.
Fantasievolle Obstkreationen ließen die Sportler wieder zu Kräften kommen, während die 136 Breitensport-Männer in ihren gelben Badekappen zwar nicht von der altbekannten Samba-Truppe aus Hamburg, dafür aber von den Trommlern der Kreismusikschule Segeberg in den richtigen Takt gebracht wurden. Unter ihnen feierte ein Bornhöveder Sportler und Gemeindevertreter ein besonderes Ereignis: Ansgar Kruse (50), Triathlet beim TSV Quellenhaupt, hat bislang keinen Q-Tri ausgelassen. Als treuester Teilnehmer kam er als 88. Breitensport-Mann ins Ziel.
„Das Niveau war sehr hoch“, urteilte nach dem letzten Lauf Jan-Philipp Krawczyk, der gemeinsam mit 280 Helfern eine perfekt organisierte Triathlon-Veranstaltung geboten hatte, bei der bis auf ein paar Schürfwunden nach dem Sturz einer Schülerin alles glatt verlaufen ist. In diesem Jahr war der Q-Tri auch für das Orga-Team eine Besonderheit. Erstmals nämlich war es außerdem Gastgeber für die 1. Deutsche Meisterschaft der Justiz, bei der 50 Justizbeamte und zehn Staffeln um den Titel „Deutscher Meister der Justiz“ kämpften.




